12.08.19 | Hallo ihr Lieben! Diesmal gibt es einiges zu erzählen. Hier die Topics:

Rückmeldungen | Warum ich tue, was ich tue

 Gebet & Spenden | Ein großes Danke und eine große Bitte

 Hamburg | Mega spannende Interviews

 Angola | Ein Missionstrip ins Straßenkinderprojekt von New Chance

 Vergebungsseminar | 7.September & 2. November

 LÖWENBLUT TOURNEE – DIESEN NOVEMBER!!! | In deiner Gemeinde?

 

Rückmeldungen | Warum ich tue, was ich tue

In letzter Zeit habe ich so viele wundervolle Rückmeldungen erhalten. Dies sind nur vier davon. Ich kann euch nicht sagen, wie ermutigend das ist, wie gut es tut zu hören, dass das, was ich, was wir von Open Arms tun, tatsächlich ankommt und tatsächlich Herzen bewegt und Menschen anspricht und verändert. Wow!

Einen wunderschönen guten Morgen, Damaris. Ich finde es so aufbauend, was du machst. Es stärkt mich und gibt mir auch Mut, weiterzumachen, auch wenn es manchmal nicht leicht ist. Ich kann nur danke sagen. Mach weiter so. Gottes Segen für dich.

Moin Damaris, ich hab mir einige Videos von Open Arms angeschaut und wollte dir nur mal sagen, was für eine wertvolle und wichtige Arbeit ihr macht. Ich kann mir vorstellen, wieviel Gegenwind ihr einsteckt, aber lasst euch nicht entmutigen. Ihr habt so viel zu geben, und ihr seid einfach da. Danke für euch.

Damaris, ich bin so froh dass es dich gibt! Bitte mach weiter mit deinen geistlichen Inputs und Posts… wir brauchen dich!

Danke Damaris für deine Worte. Sei reichlich gesegnet und sei umarmt. Danke für deine Bücher, wo ich durch meine Chefin bekam, bin ich zum Glauben gekommen, und noch vieles mehr! Du und dein Mann sind ein Segen, und danke Gott, dass es euch gibt. Sonst wäre ich heute nicht so weit im Herrn. Danke Gott danke Jesus danke heiligen Geist Amen

Wow, wow, oder?! Manchmal bin ich sprachlos und manchmal kommen mir die Tränen, wenn ich solche Rückmeldungen lese. Ich sag euch, es gibt nichts Schöneres, als zu sehen, dass Gott durch meinen Dienst Menschen verändert. Das ist der Grund, warum ich tue, was ich tue. Genau das! Und ich möchte nichts anderes auf der Welt tun!

Gebet & Spenden | Ein großes Danke und eine große Bitte

Dein Gebet: Normalerweise schreibe ich dies immer erst am Schluss des Briefes, aber ich dachte mir, diesmal schreib ich es einfach mal zu Beginn. Erstens ein riesiges DANKE an alle, die für mich, Mica und unsere Dienste von Open Arms beten. Ich weiß, es gibt welche, die dies sogar täglich tun, und ich weiß auch, dass der Segen, von dem ich hier berichte, eng verknüpft ist mit diesen Gebeten. Dort, wo Gott viel tut, kämpft der Teufel umso mehr, und umso mehr brauchen wir wirklich, WIRKLICH deine Gebete, die uns wie eine Wolke einhüllen, die uns helfen, wenn wir aufgeben wollen, die uns Kraft und Weisheit und Liebe und Gunst schenken. Also: DANKE!

Deine Spenden: Niemand bittet gerne um Geld. Also ich jedenfalls nicht. Und dennoch ist es eine Tatsache, dass all diese wundervollen Dienste, von denen ich dir hier berichte, auch Finanzen brauchen. Und ob du´s glaubst oder nicht: Es sind die kleinen treuen Spenden, die uns über all diese Jahre durchgetragen haben. Wir haben keine Gönner, die uns kurz mal hunderttausend Franken geben (obwohl ich so einige Ideen hätte, gerade für Angola, was man damit machen könnte und was ich liebend gerne tun würde!), aber die meisten Spender sind Leute wie du und ich, die sich einfach von Gott bewegen lassen, um etwas zu geben, einmal oder regelmäßig. Ich sag dir, was auch immer du gibst, wird Menschen aus der Finsternis ins Licht holen, wird Herzen heilen, wird Menschen zu Jesus führen. Wir erleben es immer und immer wieder. Es ist so gewaltig! Aber ohne dich können wir das nicht. Darum erlaube ich mir einfach, dich zu bitten, Open Arms mit deiner Spende zu unterstützen. Was auch immer du gibst, ist herzlich Willkommen und wird sooo viel Segen verbreiten, durch die Camps, die Onlineinputs, die Bücher, die Jugendgruppe Heartbeat, die Strassenkinderarbeit in Angola, die Wohnfamilie Destiny, die Tournee und all die zahlreichen persönlichen Kontakte! Wenn du oder jemand, den du kennst, durch einen unserer Dienste gesegnet wurde, dann segne uns doch zurück.

Hilf uns mit zu helfen! Vielen vielen Dank dafür!

Hamburg | Mega spannende Interviews

Anfang Juli war ich mit einem Team in Hamburg, wo wir zwei Events hatten und ich drei wahnsinnig spannende Interviews machen durfte. Das eine war mit einem afghanischen Flüchtling, der durch seine Arbeit bei der amerikanischen Botschaft ins Visier der Taliban kam und eine gefährliche Flucht übers Meer hinter sich hat. Das zweite Interview war mit Winfried Wentland, einem LKW-Fahrer, der 30 Jahre lang die Ausrüstung für die Grossevangelisationen von Reinhard Bonnke durch ganz Afrika fuhr. Er hätte schon zehnmal tot sein müssen, unter anderem von 20´000 Volt erschlagen… tja, aber da sass er mir kerngesund gegenüber und erzählte mir seine haarsträubendsten Geschichte! Als nächstes interviewte ich seine Frau, Gaby Wentland. Sie ist im Hauptvorstand der Deutschen evangelischen Allianz und setzt sich unermüdlich gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel ein. Auch sie hat mich mit ihrer Geschichte schier vom Hocker gehauen. Oh, ich freu mich drauf, euch diese Interviews zeigen zu können! Es hat mir Gott wieder einmal soooo gross gemacht! Meine Herren, das ist Apostelgeschichte live! Hier und heute! Warum nur trauen wir Gott so wenig zu?

Angola | Ein Missionstrip ins Straßenkinderprojekt von New Chance

Im April 2018 waren wir letztes Mal in Angola, und jetzt gingen wir wieder mit einem kleinen Team für eine Woche nach Luanda, um die Straßenkinderarbeit von „New Chance“ zu besuchen. Mit Bila, dem Leiter von „New Chance“ in Angola, verbindet mich eine bald

120 Kids kommen täglich zum Lernen ins Projekt

zwanzigjährige Freundschaft. Die Arbeit, die er in Angola zusammen mit seinen beiden Brüdern auf die Beine gestellt hat, ist fast 1:1 die Arbeit, die Demetri und ich damals in Brasilien unter den Straßenkindern hatten. Das hat mich schon  letztes Jahr tief bewegt. Damals hatten wir von Open Arms gesagt, dass wir ein Haus sponsern wollen, wo Straßenkinder aufgenommen werden können. Und das haben wir getan. Bila meinte, ich könne zwar nicht immer in Angola anwesend sein, aber zumindest mein Name könne es. Tja, und jetzt steht doch tatsächlich auf der Hauswand gross mein Name drauf: „Heim Damaris Kofmehl“! Ich hab mich so geehrt gefühlt, als ich es sah.

Das Haus wird nun rege benutzt, sowohl als Heim für Straßenkinder wie auch als Tagesprojekt für die Kinder von der Favela, in der das Haus sich befindet. Jeden Tag kommen 120 Kinder hierher, und freiwillige Lehrerinnen unterrichten die Kinder im Lesen, Schreiben und in Mathe. Einmal versammelten sie alle 120 Kinder auf einmal, und ich erzählte ihnen die biblische Geschichte von Daniel in der Löwengrube mit Flanellbildern. Für viele dieser Kinder ist hier der einzige Ort, wo sie etwas lernen können, da die Hälfte dieser Kinder überhaupt nicht zur Schule geht (da die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können). Oh Mann, und wieder dachte ich, als ich all diese Kinder sah: ich würde gerne noch so viel mehr tun!

Bila & Bilas Brüder, die Gründer des Projektes New Chance. V.l.n.r: Muassa, Kiala, Damaris, Bila, Mica

Lili, Tonilson und Valdemir

Letztes Jahr haben wir drei Straßenkinder auf der Straße getroffen, die nun fest in unserm Heim leben. Das Haus hätte Raum für viel mehr Kinder, aber ich sagte Bila, Qualität ist viel wichtiger als Quantität. Lieber drei Straßenkinder, deren Leben wir ändern können als zwanzig, die uns an unsere Grenzen bringen. Da ja keiner der Mitarbeiter von „New Chance“ bezahlt ist und Bila und seine Brüder Muassa und Kiala das meiste aus eigener Tasche finanzieren, lebt nun Kiala, der jüngste Bruder von Bila, in dem Haus und kümmert sich mit viel Liebe wie ein Vater um die drei Kinder, was mich sehr beeindruckt hat.

Der strahlende Tonilson
Zum ersten Mal am Meer!

Die drei gehen nun alle zur Schule und dürfen endlich wieder Kinder sein. Wenn man sie sieht, würde man nie und nimmer denken, dass sie noch vor einem Jahr auf der Straße gelebt haben. Lili hat mir stolz sein Zeugnis gezeigt. Er ist tatsächlich der beste in der ganzen Schule! Da Lili verkrüppelte Beine hat, sitzt er im Rollstuhl. Wir haben ihm von der Schweiz einen neuen mitgebracht, da sein alter komplett kaputt war. Er hat sich so gefreut, und ich beobachtete ihn mehrmals, wie er den neuen Rollstuhl liebevoll mit einem Lappen putzte. Den alten wollten wir eigentlich entsorgen. Doch Lili schenkte ihn einem alten Freund auf der Straße.

Tonilson bekam von seinem Schweizer Gotti (Patentante) Mica ein Skateboard geschenkt, das nun rege im Einsatz ist. Und Valdemir brachte ich meinen alten Wasserfarbenmalkasten mit Pinseln mit, da er fürs Leben gern malt. Wir nahmen Tonilson und Valdemir auch mit zu einem kleinen Strandausflug. Sie waren noch nie am Meer und hüpften lachend und kreischend durch die Wellen. War das eine Freude, ihnen zuzuschauen!

Besuch bei Tonilson und Valdemirs Familie

Dann kam der weniger schöne Teil: Der Besuch bei Tonilsons und Valdemirs Familie in der Favela. Es gibt ja immer einen Grund, warum Kinder es vorziehen, auf der Straße zu leben, und es braucht immer viel Vertrauen, bevor die Kinder überhaupt die wahre Geschichte preisgeben. Tonilson ist ein Waise. Seine Mutter war krank und starb, als er noch klein war, und sein Vater starb bei einem Motorradunfall. Die Tante nahm Tonilson bei sich auf, hatte aber genug mit ihren eigenen Kindern zu tun, also haute Tonilson auf die Straße ab, wo er auf das Team von „New Chance“ traf und schliesslich im „Heim Damaris Kofmehl“ landete. Wenn Tonilson lacht, dann strahlt er übers ganze Gesicht und seine Augen funkeln vor Freude.

Doch als wir seine Tante in der Favela besuchten, funkelten sie nicht mehr und er wurde ganz still. Bila erklärte der Tante, dass sie für Tonilson einen Ausweis beantragen wollten, da er keinerlei Dokumente besitzt. Und hierfür müsste sie als erwachsenes Familienmitglied mit zum Amt kommen, um seine Identität zu bestätigen. Die Tante war nicht sehr begeistert, und selbst, als Bila sagte, New Chance würde ihr die Buskosten übernehmen, zeigte sie sich wenig kooperativ. Überhaupt zeigte sie wenig Interesse an Tonilson. Es kam mir so vor, als wäre er einfach ein lästiges Übel, das sie froh war los zu sein.

Nach einem Gebet in ihrer winzigen Hütte (ein fensterloser Raum von vielleicht 2,5 auf 2,5 Meter mit

Unser Schweizer-Team mit Lili, Tonilson Valdemir

einem Bett und einer Kommode), verabschiedeten wir uns und fuhren zu einer anderen Favela, wo Valdemir uns zu seinem Zuhause lotste. Wir fuhren an Müllhalden vorbei, in denen kleine Kinder und Hunde herumwühlten. Die Strassen hatten so grosse Löcher, dass ich oft dachte, wir bleiben stecken. Valdemirs Mutter war nicht da, was gut war, denn sie sei starke Alkoholikerin und anscheinend ziemlich unberechenbar, so sagte uns Bila.

Wen wir antrafen, war Valdemirs ältester Bruder. Er ist neunzehn und hat die Aufgabe übernommen, seine sieben Geschwister alleine grosszuziehen. Der Vater wäre abgehauen, und die Mutter würde ständig alles, was ihr in die Finger kommt, Möbel oder Essen, verkaufen, um sich davon Alkohol zu kaufen. Es ist unglaublich, was für eine Verantwortung dieser neunzehnjährige Bursche auf seinen Schultern trägt, und dabei geht er selbst noch zur Schule und arbeitet, um sich und die Geschwister irgendwie durchzubringen. Valdemir drückte sich die ganze Zeit ganz dicht an Cécile (mein Gottikind, die für 10 Wochen bei New Chance mitarbeitet), und weinte still vor sich hin. Im Gegensatz zu Tonilsons Tante spürte ich, dass Valdemirs großer Bruder wirklich nur das beste für Valdemir will. Leider hat ihm seine Mutter immer nur Schlechtes über New Chance erzählt, und so brauchte es einiges an Fingerspitzengefühl von Bila, um den Burschen vom Gegenteil zu überzeugen. Er lud ihn auch ein, das Projekt besuchen zu kommen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie es Valdemir bei uns geht. Ach, wir würden so gerne mehr für diese acht Geschwister tun! Vielleicht finden wir einen Weg, ihnen zu helfen. Sie hätten es so verdient!

Bei den Straßenkindern

Natürlich besuchten wir auch die Straßenkinder auf der Straße. Das Team von New Chance geht meistens nur an zwei bestimmte Orte. Bila erklärte mir, es gäbe in ganz Luanda tausende von Straßenkindern, aber die meisten sind in einem Netz von kriminellen Organisationen verstrickt, und es wäre viel zu gefährlich, teils lebensgefährlich, sich in deren Gebiet zu wagen. Ich stellte auch dieses Jahr wieder fest, dass die

Zwei Straßenjungen. Auf dem Schild steht: „Freunde, bitte helft mir. Ich habe Hunger!“ Der Junge links hat eine Flasche mit Kerosin zum Schnüffeln
Bila redet mit einem Straßenjungen

Gewaltbereitschaft dieser Kinder und Jugendlichen um einiges höher ist als ich es unter den Straßenkindern in Brasilien erlebt habe. Ein kleiner Funke, ein falsches Wort, und alles kann explodieren.

Die Stimmung unter den Straßenkindern am ersten Ort, wo wir hinkamen, war sehr angespannt. Jeder, vom jüngsten bis zum ältesten, hatte eine Plastikflasche in der Hand, an der sie schnüffelten. In Brasilien schnüffeln Straßenkinder Schusterleim. Hier schnüffeln sie Kerosin! Von Flugzeugen! Eine alte Frau würde es ihnen verkaufen, so erzählte mir ein Kind. Fast keines der Straßenkinder war nüchtern. Alle waren high von Kerosin und brabbelten unverständliche Sätze vor sich hin. Viele hatten offene, eitrige Wunden, wo teilweise Fliegen darin saßen. Cécile und Nadine versorgten die Wunden so gut es eben möglich war mit Desinfektionsspray und Pflastern. Viele der Wunden hätten von einem Arzt untersucht werden müssen. Das Team bot ihnen an, mit ihnen ins Krankenhaus zu fahren, doch die Kinder wollten nicht. Gleichzeitig verteilte

Mica Kleider, die wir aus der Schweiz mitgebracht hatten. Doch sobald jemand ein besonders schönes Kleidungsstück ergatterte, wurde es ihm keine Minute später von den älteren Strassenburschen gewaltsam wieder entrissen. Lili hatte mir erzählt, dass ihm auf der Straße ständig die Kleider geklaut worden waren. Letztes Jahr hatte ihm Bila ein „New Chance“ T-Shirt geschenkt, worauf er unglaublich stolz gewesen war. Lili hatte es zusammen mit dem Geld, das er sich für den Bus zur Schule erbettelt hatte, bei seinem Nachtlager versteckt. Zwei Stunden später war es weg gewesen.

Da die Atmosphäre sehr geladen war, beschloss Bila, mit der Essensverteilung zu beginnen. Viel ruhiger wurden die Straßenleute dadurch aber auch nicht. Im Gegenteil. Es war fast ein Ding der Unmöglichkeit, die vielleicht vierzig Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dazu zu bringen, sich in eine Reihe zu stellen, um einen Teller

Essensverteilung

mit Reis und Fisch zu fassen. Ständig wurde vorgedrängelt, ständig gab es deswegen Streit. Und zwar laut. Plötzlich hörte ich neben mir einen lauten Knall, dass ich vor Schreck zur Seite sprang. Eine Straßenfrau, die offenbar das Sagen hatte, hatte einen ca. 80cm langen Holzprügel am Boden zerschlagen, so dass er sich in eine spitze Waffe verwandelte. Dann hob sie die Waffe drohend über den Kopf und schrie: „Jetzt benehmt euch endlich!“ Ich dachte wirklich, sie würde das angespitzte Holzstück nächstens jemandem  über den Schädel hauen oder in den Bauch rammen. Die Luft knisterte förmlich. Es dauerte eine Weile, bis sich alle wieder einigermaßen beruhigt hatten und jeder sich mit seinem Teller irgendwo hinsetzte.

Die Wunden der Straßenkinder

Wir verließen die Straßenkinder und fuhren zum nächsten Ort. Es waren nur ein paar wenige Straßenkinder da, und wir verteilten den Rest des Essens unter ihnen. Ein Junge kam auf uns zu und sagte, jemand hätte ihm einen Stein auf seine Hand geworfen, und jetzt könne er sie nicht mehr bewegen. Sie war ganz geschwollen, und bei der kleinsten Berührung zuckte er zusammen. Nadine, die als Arztgehilfin arbeitet, meinte, es wäre gut möglich, dass sie gebrochen sei. João, ein Helfer von New Chance, fuhr den Jungen später ins Krankenhaus. Allerdings weiß ich nicht, was dabei herausgekommen ist.

Es gab noch ein weiteres verletztes Kind, ein Straßenjunge von vielleicht zehn Jahren, der am Abend zuvor von einem andern Jungen mit einem Messer angegriffen worden war. Der andere Junge hatte ihm das Messer einfach in beide Schulterblätter gerammt. Die Stichverletzungen waren bis auf die Knochen gegangen. Der Junge war ohnmächtig geworden und hatte viel Blut verloren. Ein anderer Straßenjunge erzählte mir, dass er seinen Freund dann bis ins Krankenhaus geschleppt hätte. Jetzt hatte er auf beiden Schultern ein Pflaster drauf und ein dünnes schmutziges T-Shirt drüber.

Der Junge, der ihm das angetan hatte, kam kurz darauf auch dazu. Er mochte um die zwölf Jahre alt sein. Er hatte sich das Gesicht mit Kohle komplett schwarz angemalt, um furchteinflößend zu wirken, wie er selber sagte. Und das tat

Ich mit meinem Gottikind Cécile, die einen 10 wöchigen Einsatz im Projekt macht.

er wirklich! Aber nicht nur wegen seines schwarzen Gesichts sondern wegen seines Blickes, wo ich echt das Gefühl hatte, da guckt mich kein zwölfjähriger Junge sondern irgendein Dämon an. Ich hatte das schon öfters in Brasilien erlebt. Die Angelegenheit, die abends zuvor in einer Messerstecherei geendet hatte, war offenbar noch überhaupt nicht geregelt, und der Junge war so aggressiv, dass Bila ihn regelrecht von den andern Kindern wegstoßen musste, damit er sich nicht wieder mit seinem Messer auf sie stürzte.

In der Zwischenzeit war es dunkel geworden. Wir wollten bereits wieder gehen, als ich mit einem weiteren Jungen redete, der auf einem Mäuerchen saß. Er sagte, jemand hätte ihn vor zwei Wochen mit einer Machete (einem langen Buschmesser) angegriffen und er hatte das Handgelenk nähen lassen müssen. Die schwarzen Fäden waren immer noch drin, obwohl er sie längst hätte von einem Arzt entfernen lassen sollen. Ich konnte gar nicht hinsehen, es sah nicht sehr hübsch aus. Ich fragte Nadine, was wir tun sollten, und sie sagte, die Fäden müssten auf jeden Fall gezogen werden. Sie könne das machen, wenn er damit einverstanden wäre. Er war einverstanden. Alle Straßenkinder scharten sich um den Jungen, um dabei zuzusehen. Jemand von uns gab mit dem Handy Licht, Fabio übersetzte (ohne allerdings hinzugucken), und Nadine zog die Fäden. Es klappte wunderbar. Wir – respektive Nadine – war wirklich zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen!

Das verspätete Weihnachtsgeschenk

Von einem Wunder muss ich euch noch erzählen: An Weihnachten 2018 hat die Jugendgruppe Heartbeat kleine Geschenke für die

Rebekka und der wiedergefundene Straßenjunge
Das verspätete Weihnachtsgeschenk

Straßenkinder gebastelt und sie nach Angola geschickt. Die Freude der Kinder war riesig! Nur ein Kind erhielt sein Geschenk nicht, ein Strassenjunge, der einfach nicht mehr auffindbar war. Das Team von New Chance suchte ihn weiter, vergeblich. Die Chance, ihn überhaupt noch zu finden, war verschwindend klein. Doch Rebekka von Heartbeat, die für eben diesen Strassenjungen ein Weihnachtspäckchen gebastelt hatte, betete unaufhörlich, dass der Junge wieder auftauchen würde. Sie ließ nicht locker und glaubte fest daran, dass er sein Weihnachtsgeschenk noch bekommen würde. Fast sieben Monate später kam sie mit auf unsern Einsatz in Angola. Und was sie im Glauben schon ergriffen hatte, geschah: Ausgerechnet an dem Tag, als wir auf die Strasse gingen, tauchte eben dieser eine Strassenjunge wieder auf! Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit! Und so konnte sie „ihrem“ Strassenjungen, zwar mit etwas Verspätung,  sein Weihnachtsgeschenk höchstpersönlich überreichen. Gott erhört wahrhaftig Gebete! Ist das nicht der Hammer?!

Vergebungsseminar 7. 9 & 2. 11

Vergebung ist ein so unglaublich wichtiges Thema, das vermutlich jeden von uns betrifft. Bjørn Marti, ein Heilsarmeeoffizier und langjähriger Freund von mir, hat sich intensiv mit dem Thema befasst, und nun organisieren er, ich und die Sängerin Rahel Temperli ein Vergebungsseminar an zwei Tagen in Biel. Alle Infos findest du auf: https://biel.heilsarmee.ch/vergebung/

Wenn du beim Wort Vergebung innerlich zusammenzuckst und automatisch an eine Person denkst, die dich zutiefst verletzt hat, dann komm doch zu diesem Seminar. Es geht hier nicht um trockene Theorie sondern wirklich darum, wie wir mit unseren verletzten Gefühlen umgehen können. Und wenn du in der wundervollen Lage bist zu sagen, dass du mit dir, Gott und allen um dich herum im Reinen bist, dann komm trotzdem und lerne, wie du anderen helfen kannst im Prozess der Vergebung. Es lohnt sich so oder so. Melde dich noch heute an. Komm und erlebe innere Heilung. Wir brauchen es doch alle! Ich freu mich auf dich.

Löwenblut-Tournee – diesen November!

Fantasy basierend auf wahren Lebensgeschichten. So etwas hat es noch nie gegeben. Und diesen November werde ich zusammen mit den echten Helden aus meinem Fantasyepos „Der weiße Löwe von Thabur – Die Löwenblut-Saga“ auf Tournee sein! Wie wär´s mit einem Event bei euch in der Gemeinde?

Und das erwartet euch: Ich werde Einblicke in mein ganz persönliches Leben geben. Zudem erzählen die Buchhelden meines neusten Werkes ebenfalls aus ihrem krassen Leben. Denn sie alle haben eine unglaubliche Geschichte. „Es sind Helden, die diese Welt so dringend braucht“, so schreibt Livenet. Und das sind sie wirklich: Sie haben sich freigekämpft aus Schmerz, Leid, Missbrauch und sogar aus einem Bund mit Satan.

Ein Ex-Satanist, der eine besondere Aufgabe von Gott bekommen hat.

Eine Jugendleiterin, die in jungen Jahren Extremes erleben musste.

Ein Werklehrer, der nach jahrelangen Schmerzen sein Bein entfernen liess.

Ein junger Mann, der sich hinter seinen eigenen Geschichten verstecken musste.

Ich bin mir sicher, ihre Geschichten werden die Menschen zu Tränen rühren und ihnen Mut machen für ihr eigenes Leben. Für Gott ist nichts unmöglich!

Wir würden uns unglaublich freuen, auch bei eurer Gemeinde einen Halt zu machen und euch zu besuchen. Gerne dürft ihr mir einfach ein paar mögliche Daten zusenden und wir stellen gemeinsam einen unvergesslichen Event auf die Beine! Für weitere Infos zum Buch könnt ihr die dazugehörige Webseite besuchen, auf welcher ihr auch den brandneuen Werbe-Trailer zum Buch findet. www.thabur.com

Ich bete um noch mindestens 5 weitere Events, und im Glauben danke ich Gott bereits dafür. Hilfst du uns mit? Bist du dabei?

Mit Power & Love

Damaris Kofmehl

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