Hooligan-Tour

Wow, was für eine Tournee! Wow, wie krass Gott gewirkt hat! Wow, einfach nur wow! Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen. Ich hab mich im Vorfeld total auf diese Tournee mit Oliver Schalk, Ex-Hooligan, gefreut, und gleichzeitig hatte ich großen Respekt davor. Respekt, weil es die erste Tour ist ohne meinen geliebten Demetri. Respekt, weil ich mich sowohl psychisch, geistig wie auch physisch als ziemliches Wrack fühlte vor der Tour. Die vergangenen eineinhalb Jahre nach Demetris Tod haben mich in jeder Hinsicht erschöpft, so sehr, dass ich wirklich nicht sicher war, ob ich diese Tour überhaupt durchstehen würde. Ich rechnete so ziemlich mit allem, dass ich es nur mit jeder Menge Redbull schaffen oder auf der Bühne in Tränen ausbrechen würde. Aber was Gott dann getan hat, ist einfach unglaublich!

Sargans: Mit zitternden Knien

(Natürlich, der Teufel hat gleich zu Tourbeginn die erste Karte ausgespielt: Im Flughafenparkhaus, als wir Olli abholten, ging die Beifahrerscheibe nicht mehr hoch. Wir haben die ganze Hin- und Rückfahrt nach Sargans zähneklappernd im Auto gesessen. Olli, Flo und Mirjam haben dann die Scheibe am nächsten Morgen hochprofessionell mit Klebeband befestigt, damit wir auf dem ersten Tourneeblock in Deutschland nicht als Eiswürfel enden. Aber dies nur am Rande.)

Der erste Event in Sargans war eine echte Herausforderung für mich. Nicht äußerlich, sondern innerlich. Während Olli in seiner einmalig erfrischenden Art seine Story erzählte, saß ich in der ersten Reihe und schlotterte am ganzen Körper. Und das hatte wohlgemerkt nichts mehr mit einer offenen Fensterscheibe zu tun! Keiner sah es, aber in mir drin zitterte alles. Denn das, was ich vorhatte, auf der Bühne von mir preiszugeben, war nicht leicht. Über meine Bücher zu erzählen, das fällt mir nicht schwer. Darüber könnte ich stundenlang reden. Aber vor hunderten von Menschen mein Inneres nach außen zu stülpen, zu erzählen, wie es wirklich in mir drin aussieht, das hatte ich in der Form noch nie getan. Aber ich wollte es tun, nicht für mich, sondern, weil ich mir sicher war, dass es den Zuhörern eine Ermutigung für ihr eigenes Leben sein würde. Also tat ich es. Ich ließ einfach mein Herz reden, völlig ungefiltert, erzählte vom Tod von Demetri und was das mit mir gemacht hat, aber auch von den tiefen Verletzungen, die mir – wie ich im letzten Brief erzählt habe – Christen zugefügt hatten und an denen ich  beinahe zerbrochen bin. Es kostete mich viel Überwindung, über diese Dinge zu sprechen. Doch die Reaktionen im Anschluss waren überwältigend. Viele hatten Tränen in den Augen und begannen mir von ihren eigenen Nöten zu erzählen. Ich hatte mein Herz geteilt, und jetzt teilten sie ihres mit mir, und wir konnten uns umarmen und gegenseitig trösten und uns Mut zusprechen. Wow!

EFG Miltenberg: Dir geschehe nach deinem Glauben

Der nächste Event war in Miltenberg (DE) in einer sehr kleinen Gemeinde mit 25 Mitgliedern. Weil sie so klein waren, waren sie sogar kurz davor gewesen, den Event abzusagen. Doch dann legte sich der Pastor voll ins Zeug mit Werbung. Ein ganzseitiger Zeitungsartikel über den Hooligan erschien, und der kleine Gottesdienstraum platzte aus allen Nähten! Menschen waren zwei Stunden angereist, nur, um dabeizusein! Es wurde ein unvergesslicher Abend. Ein Bursche, dessen Mutter schon ein paar Mal in die Gemeinde gekommen war, der aber vorher nie hatte mitgehen wollen, bekehrte sich unter Tränen vor dem Kreuz! Am darauffolgenden Sonntag, so schrieb mir Pastor Andy danach, wären viel mehr Leute zum Gottesdienst gekommen als sonst, und bei einer Tankstelle sei er plötzlich von einer fremden Frau angesprochen worden, die sagte: „Ach, waren Sie nicht auch bei dem Event mit dem Hooligan?“ Wie hat es Jesus doch immer gesagt? Dir geschehe nach deinem Glauben. Das haben wir in Miltenberg eindrücklich erlebt!

Gospeltribe Karlsruhe: „Herr, gebrauche mich!“

Vor jedem Event bat ich Gott, er soll mir ein Gespür dafür geben, was an diesem Abend für die Menschen dran ist. Demetri hatte dieses unglaubliche Feingefühl. Ich eher weniger, darum bat ich Gott, es mir zu schenken. Und das hat er getan, bei jedem einzelnen Event. So war es auch beim Gospeltribe in Karlsruhe. Ich spürte von Anfang an: Heute Abend ist was anderes dran. Heute muss ich einen komplett anderen Schwerpunkt setzen. Aber welchen? Olli stand bereits auf der Bühne und erzählte seine Story. Das Publikum bestand vorwiegend aus jungen, für Jesus sprudelnden Menschen. Es kam mir vor, als würden sie wie Popcorn in der Pfanne sitzen und nur darauf warten, aufzuspicken, um für Jesus in die Welt hinauszugehen und sich von ihm gebrauchen zu lassen. Und da wusste ich es plötzlich: Ich erzählte meine Geschichte und wie ich in der Hillsong Church in Zürich auf die Knie gegangen bin und Gott bat, mich zu gebrauchen. Und ich forderte sie auf, dasselbe zu tun, hier und jetzt, als öffentliches Bekenntnis vor Gott und den Menschen. Was dann geschah, war überwältigend: Mindestens dreißig Leute strömten nach vorne und knieten sich nieder. Ich war sprachlos! Sie alle wollten den nächsten Schritt tun und sich von Gott gebrauchen lassen! Danach machte Olli noch einen zweiten Aufruf für Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Drei Personen hielten die Hand auf und gaben Jesus ihr Leben! War das krass! So viele kamen im Anschluss mit Tränen in den Augen auf mich zu und sagten mir, wie bewegt sie wären. Eine Bibelschülerin betete spontan für mich. Ein Mädchen namens Anna war komplett aus dem Häuschen, Olli und mich life anzutreffen, da ihre Mutter immer von diesem Buch „Der Hooligan“ geschwärmt hatte. Und nun waren wir hier! Sie meinte, sie würde auf dem Nachhauseweg mit dem Fahrrad vor lauter Aufregung bestimmt noch einen Unfall bauen. Sie sagte auch, bei meinem Aufruf wäre sie auch nach vorne gekommen und hätte sich hingekniet. Und dort auf den Knien hätte sie ganz klar Gottes Ruf gespürt, sich für Menschen am Rande der Gesellschaft einzusetzen. Ist das nicht der Hammer?!!

ICF Bretten: Gottes perfektes Timing

Die absolut krasseste Story hat sich beim ICF Bretten zugetragen. Ein göttliches Timing wie dieses erlebt man wirklich selten! Wir waren bereits in Aufbruchstimmung, die Bücherkisten zusammengepackt, das Team war startklar für die dreistündige Nachhausefahrt in die Schweiz, doch Olli war noch in ein Gespräch mit dem Pastor vertieft. Die Kirche war bereits menschenleer, als das Gespräch zu Ende war und wir uns endlich auf den Weg machen konnten. In dem Moment, als wir vom Industriegelände auf die dunkle Landstraße abbogen, kam von rechts ein Auto, hängte sich an unsere Fersen und gab wie wahnsinnig Lichthupe. Meine Schwester Mirjam hielt schließlich den Wagen und stieg aus. Die Fahrerin des Wagens hinter uns stieg ebenfalls aus, und alles, was ich hörte war eine aufgeregte Frauenstimme: „Sind Olli und Damaris da drin?“ Es schien sich offensichtlich um einen Notfall zu handeln, also stiegen wir alle aus. Die Fahrerin hieß Susanne. Sie deutete auf ihren Beifahrer, der in der Dunkelheit kaum zu erkennen war, und sagte zu Olli: „Gott sei Dank konnte ich euch noch abfangen. Du musst unbedingt mit Ralf reden! Es ist dringend!“ Da wir mitten auf der Straße standen, beschlossen wir, alle wieder einzusteigen, zum Subway zu fahren, und dort würde dann Olli mit Ralf reden können.

Nach wie vor hatten wir keine Ahnung, was hier eigentlich vor sich ging. Wir fuhren also zum Subway, wo wir uns ein Sandwich kauften und ins Restaurant setzten, während Olli draußen auf dem Parkplatz mit Ralf redete. Sie redeten eine ganze Weile und wir schielten immer mal wieder durchs Fenster und fragten uns, was sie wohl gerade besprachen. Vielleicht eine halbe Stunde später gesellte sich Olli dann dazu, während Ralf und Susanne immer noch draußen standen. Was Olli uns erzählte, ist wohl die haarsträubendste Geschichte, die man sich denken kann:

Susanne ist Sozialarbeiterin und hat ein Herz für Menschen am Rand der Gesellschaft. Ralf ist einer davon. Er ist Alkoholiker. Immer mal wieder, meistens dann, wenn sie an ihn dachte, begegnete sie Ralf „zufällig“ auf der Straße und konnte mit ihm reden. Zur Zeit war er in einer Entzugsklinik und seit 14 Monaten trocken. Susanne nahm an unserem Event im ICF teil und musste dabei die ganze Zeit an Ralf denken. „Mensch, Ralf hätte Ollis Zeugnis hören sollen!“, dachte sie. Aber Ralf war ja in der Klinik. Nach dem Event fuhr Susanne nach Hause, konnte aber nicht aufhören, an Ralf zu denken. Plötzlich, mitten auf der dunklen Landstraße, hatte sie den Eindruck, sie müsse hier stoppen. Sie tat es. Der Heilige Geist drängte sie, auszusteigen. Es war stockdunkel. Sie stieg aus, und da fiel ihr Blick in den Straßengraben. Sie traute ihren Augen nicht: Da lag ein Mensch! Und nicht irgendjemand. Es war Ralf! „Ralf!“, rief sie und eilte ihm zu Hilfe. Er war total besoffen, seine Kleider versifft. „Ich hatte einen Rückfall“, erklärte ihr Ralf mit schwerer Zunge. „Ich hab mich betrunken und wollte mir das Leben nehmen. Aber du hast mich gefunden. Niemand war für mich da, aber du bist da!“ „Mensch, Ralf, ich musste gerade an dich denken. Ich war bei einem Event, der hätte dir so gut getan. Oliver Schalk und Damaris Kofmehl waren beim ICF und…“ „Oliver Schalk?“, fragte Ralf zurück. „Vom Buch Der Hooligan?“ „Ja, genau, woher weißt du das?“ „Ich hab das Buch grad in der Entzugsklinik gelesen!“ „Was?!“ Susanne war sprachlos. „Also wenn das nicht von Gott geführt ist, dann weiß ich auch nicht!“ Und dann hatte sie einen Geistesblitz. „Ralf, wir fahren jetzt zurück zum ICF, und vielleicht treffen wir Olli noch an. Dann kannst du mit ihm reden.“ „Mit wem soll ich reden?“ „Na, mit Olli, der vom Buch „der Hooligan“, das Buch, das du gerade in der Klinik gelesen hast!“ Ralf konnte das alles gar nicht richtig nachvollziehen. „Du hast wirklich Oliver Schalk, den Hooligan, getroffen?“ „Ja! Und die Autorin Damaris Kofmehl auch!“ „Kein Scherz?“ „Nein! Und wenn wir uns beeilen, sind sie vielleicht noch da! Komm!“ Wie ein kleines Kind ließ sich Ralf von Susanne zum Auto führen und stieg ein. Das allein ist eigentlich undenkbar bei einem Betrunkenen. Susanne wendete, drückte aufs Gaspedal und preschte durch die Dunkelheit zurück zum ICF Bretten, in der Hoffnung, uns noch zu erwischen. Der Event war ja längst zu Ende. Und wir wären ja auch längst weg gewesen, hätte nicht Olli noch dieses lange Gespräch mit dem Pastor gehabt! Wäre Susanne nur zehn Sekunden später wieder beim ICF aufgetaucht, wir wären fort gewesen. Es ging hier wirklich um ein Timing von Sekunden! Ist das zu fassen?

Nun, auf dem Parkplatz vor dem Subway hat dann Olli lange mit Ralf geredet, und schließlich hat Ralf sein Leben Jesus übergeben! Susanne telefonierte dann noch rum, um einen Schlafplatz für ihn zu finden, und Ralf setzte sich noch zu uns an die Subway-Tischchen und war ziemlich durcheinander. Er saß neben mir – er hat ziemlich gestunken und nach Alkohol gerochen – und Olli gegenüber, und sah immer wieder von Olli zu mir und von mir zu Olli. „Bist du es wirklich?“, fragte er Olli mehrmals. „Du bist der Hooligan?“ „Ja, der bin ich. Der vom Buch. Und das ist Damaris Kofmehl, die das Buch geschrieben hat.“ Er schaute mich mit seinen roten Augen an. „Du bist Damaris Kofmehl? Die Buchautorin?“ „Ja, die bin ich.“ Er konnte es noch immer nicht wirklich glauben. Und einen Satz sagte er immer wieder und schüttelte dabei den Kopf: „Als ich jemanden brauchte, war sie für mich da.“ – Er meinte damit Susanne. „Sie war für mich da…“

So endete also unser Besuch beim ICF Bretten. Unglaublich, oder?! Ich weiß leider nicht, wie es mit Ralf weiterging. Doch ich bin mir sicher, Jesus lässt ihn nicht fallen. Er wird ihn nicht im Stich lassen, und er hat ihm eine geniale Sozialarbeiterin zur Seite gestellt, die sich auch ganz praktisch um ihn kümmern wird. Und wir haben auf der Nachhausefahrt nur so gesprudelt vor Begeisterung über das krasse Wunder, das Gott an diesem Abend getan hatte. Was für eine Story!

Oetwil & Weinfelden: Wenn Gott spricht

Und gleich noch zwei Wunder: In Oetwil kam eine junge Frau namens Petra, die nicht wirklich an Gott glaubte. Wir hatten Verlosungskärtchen auf den Stühlen verteilt, wo man etwas am Büchertisch gewinnen konnte. „Die zwei glücklichen Gewinner werden am Schluss der Veranstaltung gezogen“, so erklärte ich zu Beginn. Beim Ausfüllen des Kärtchens dachte Petra so bei sich: „Mensch, wenn die jetzt ausgerechnet mich ziehen würden, dann nehme ich das als Zeichen von Gott, dass es ihn gibt!“ Und stellt euch vor: Eine der zwei Gewinnerinnen war tatsächlich Petra! Die Frau war so aus dem Häuschen, als ihr Name gezogen wurde, dass sie nur noch strahlte und gar nicht mehr wusste, was sie sagen sollte, als sie im Anschluss zu uns kam.

Am nächsten Tag las ich eine Facebook-Nachricht von einer Frau namens Gabriela. Ich kannte die Frau nicht, doch sie schrieb mir: „Liebe Damaris, immer wieder erscheint dein Name in meinem Geist, wenn es darum geht, mich wieder neu auszurichten nach meiner Scheidung und dem schmerzhaften Verlust meines zwölfjährigen Sohnes, dessen Todesursache als mysteriös und unerklärbar beschrieben wird…“ Sie erzählte mir aus ihrem von Leid geprägten Leben und schloss mit den Worten: „Heute im Gebet kam wieder im Geist dein Name. Ich möchte mit Menschen in Kontakt sein, die das wahre Christsein leben möchten, die gelernt haben, dass Kostbares entstehen kann inmitten von Zerbruch, Schmerz und Verlust. Ich würde mich freuen, von dir zu hören.“

Ich wusste nicht genau, wie ich ihr antworten sollte, also schrieb ich ihr: „Liebe Gabriela, wow, da hast du ja einiges durchgemacht… krass… ich denke, es wäre schön, du könntest an einen Event kommen. Keine Ahnung, wo du wohnst, aber wir sind heute Abend in Weinfelden und morgen noch in Konolfingen.“

Eine Stunde später schrieb sie zurück, und es haute mich schier aus den Socken: „Ich wohne seit drei Wochen in Weinfelden! Ich habe heute Abend Zeit. Ich komme!“ Wow! Sie hätte irgendwo leben können, in Hamburg, Basel, Köln, irgendwo! Aber sie wohnte seit drei Wochen in Weinfelden! Und Gott hatte sie ausgerechnet an dem Tag, wo wir in Weinfelden sein würden, dazu gedrängt, mir zu schreiben! Ist das nicht krass?! Tatsächlich kam sie an dem Abend, und wir haben uns lange unterhalten, ich konnte für sie und ihren Freund beten, und es sind so viele Tränen geflossen. Und am nächsten Tag schrieb sie mir, bei meinem Gebet wäre bei ihr und ihrem Freund Heilung geschehen. Ist das nicht toll?! Halleluja!

Nicht trotz sondern wegen

Ja, was für eine Tournee! Es gäbe noch viel mehr zu erzählen. Ich bin einfach geflasht von dem, was wir hier erleben durften. Bewegte Menschen, Bekehrungen, Berufungen! Es geschah auch in unserem Team so viel innere Heilung! Denn ich bin ja nicht die einzige, die Demetri verloren und eineinhalb Jahre gelitten hat. Wir alle haben gelitten, und auf dieser Tournee hat Gott Heilung geschenkt, die so tief geht, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Silvia hat an einem Abend nur geweint und geweint und war danach so befreit. Mica sagte, sie wäre auf einmal so überglücklich und könne endlich, nach eineinhalb Jahren, wieder Gott loben und worshippen! Flo erlebte ganz krasse innere Aufarbeitung von Dingen, die schon lange an ihm nagten. Meine Schwester strahlte auf der ganzen Tour wie ein Honigkuchenpferd und auch Maggie wusste kaum noch wohin mit ihrer Freude und Begeisterung, all diese unglaublichen Dinge miterleben zu dürfen. Olli sagte, die Tour hätte auch bei ihm so vieles ausgelöst. Wir fühlten uns alle einfach überschwänglich gesegnet von Gott. Auch unsere langen Autofahrten waren, als würden wir in einer Seifenblase mit Gott sitzen. Wir haben Musik gehört, gesungen, gelacht, gebetet und über tiefe Dinge gesprochen, eingehüllt in Gottes triefende Liebe. Gottes Gegenwart war so krass spürbar in unserem alten Bus (bei dem nun übrigens seit neustem die vordere Tür nicht mehr zu öffnen ist…), dass Mauro den Eindruck hatte, unser Bus würde überall, wo wir durchfahren, eine Lichtspur hinterlassen, so ähnlich wie bei einem zu lange belichteten Nachtfoto, wo die Lichter der Autos zu einer leuchtenden Spur verschwimmen.

Und ich? Ich habe gleich ein dreifaches Wunder erlebt, körperlich, psychisch und geistig. Körperlich, weil die Tournee mich überhaupt nicht an den Rand meiner Kräfte gebracht hat. Im Gegenteil! Ich war topfit bis zum Schluss! Kein bisschen müde! Psychisch, weil etwas passiert ist, was ich nie und nimmer erwartet hätte: Mit jedem Mal, wo ich auf der Bühne stand und die Erlebnisse der letzten eineinhalb Jahren erzählte, kam ein Stückchen Heilung in mich hinein. Auf der Bühne zu stehen und mein Herz auszuschütten, hat doch tatsächlich mein eigenes Herz geheilt! Meine Bitterkeit, von der ich im letzten Brief geschrieben habe, ist einfach weg! Sie ist weg, als wäre sie nie da gewesen! Ist das nicht krass?!

Und geistig ist auch was gegangen, weil mein Zeugnis offenbar mehr ausgelöst hat, als ich gedacht habe. Eine Frau hat es nach einem der Events treffend gesagt: „Weißt du, ich glaube, Gott braucht dich nicht trotz der Dinge, die du erlebt hast. Er braucht dich gerade wegen dieser Dinge!“

Das hat mich tief berührt. Überhaupt haben mich die Zusprüche und Worte der Besucher so überreich beschenkt, getröstet, bewegt, gestärkt und Mut gemacht, weiterzumachen, dranzubleiben, vorwärts zu gehen.

Konolfingen: Es geht weiter!

Ja, es geht weiter! Und als Symbol dafür hab ich beim letzten Event in Konolfingen jedem von unserem Open Arms Team eine weiße Rose übergeben. Sie sollte ein Sinnbild dafür sein, dass Gott aus einem dornigen, schwierigen Weg, am Ende eine wunderschöne, reine, geheilte Rose hervorsprießen lässt. Ich hab auch sehr bewusst dieselbe weiße Kleidung getragen, die ich bei Demetris Beerdigung getragen habe (er wollte, dass alle in weiß zu seiner Beerdigung kommen, weil er immer sagte: Wenn ich einmal sterbe, will ich nicht, dass die Menschen traurig sind, denn ich werde Party feiern im Himmel!) Auch damit wollte ich einfach ein Zeichen setzen. „Ja, die letzten eineinhalb Jahre waren nicht leicht, für keinen von uns“, sagte ich dem Team zugewandt, als alle mit der weißen Rose auf der Bühne standen. „Ich habe meinen Mann verloren, aber ihr habt einen sehr guten Freund, einen Bruder, einen Vater verloren. Wir alle haben einen dornigen Weg hinter uns, wir alle haben gelitten die letzten eineinhalb Jahre. Aber ich stehe hier mit dieser Rose, weil ich euch sagen will: Ich mache weiter. Und ich hoffe, dass auch ihr mit mir zusammen weitermacht und niemals aufgebt.“ Und zum Publikum gewandt, sagte ich: „Wir schaffen das! Egal, wie dein Leben gerade aussieht, ob in dir ein Chaos ist wie bei mir vor dieser Tournee, ob dein Herz voller Schmerzen ist, voller Trauer, voller Bitterkeit, voller Not. Wir schaffen das! Gott wird mit dir da durchgehen, jeden Schritt. Und am Ende deines Leidensweges wird eine wunderschöne Rose daraus hervorsprießen. Gott lässt dich nicht fallen! Halte durch! Du schaffst das!“

Ja, das war die Hooligan-Tour 2018. Eine Tour wie keine andere, die unvergessliche Spuren hinterlassen hat. Ich kann nur staunen und bin Gott so dankbar, dass ich die Tour allen meinen persönlichen Widrigkeiten zum Trotz gemacht habe. Es war einfach unbeschreiblich, was Gott getan hat. DANKE, HERR!

Vielen Dank für deine Unterstützung

Zum Schluss möchte ich mich hier auch nochmals ganz herzlich für alle Spenden bedanken, die während der Tournee eingegangen sind. Ich vergaß es auf der Bühne immer zu sagen, aber Tatsache ist, dass es diese, deine Spenden sind, die unsere Dienste am Leben erhalten. Open Arms existiert nur, weil Menschen wie du dafür im Gebet einstehen und auch finanziell mittragen. Hilf uns auch weiterhin, damit diese wundervolle Arbeit weiter bestehen darf, damit noch so viele Menschen hier und auf der ganzen Welt die ermutigende und hoffnungsvolle Botschaft von Jesus hören dürfen und gestärkt werden für ihren Alltag. Ohne dich schaffen wir es nicht. Aber mit dir können wir gemeinsam ein Segen sein in dieser dunklen Welt. Vielen Dank für jede einmalige und jede regelmäßige Spende!

Bald ist Weihnachten

Ja, Weihnachten ist wirklich schon bald da! Und wenn du nicht am 24. Noch voll gestresst allen ein Geschenk kaufen möchtest, dann geh doch einfach auf meine website: www.damariskofmehl.ch und stöbere darin herum. Bestimmt findest du ein Buch, das du jemandem zu Weihnachten schenken könntest! Neuerdings hab ich sogar Bücher in französisch, englisch, schwedisch, holländisch und sogar albanisch! Bücher sind das perfekte Weihnachtsgeschenk! Sie können Leben verändern!

FireSchool

Und als letztes noch der Hinweis auf die FireSchool über Ostern. Ja, wo Weihnachten ist, ist auch Ostern nicht mehr weit. Du kannst dich jetzt schon dafür online anmelden auf: www.openarms.ch/fireschool  Was du bei einem Event erlebt hast, ist nur ein Bruchteil von dem, was in der FireSchool abgehen wird! Gott wirkt dort in den Schweizer Bergen bei Disentis immer gewaltig bei jedem, der kommt! Also: Nicht verpassen! Jetzt Ostern reservieren für die FireSchool!

So, und jetzt wünsche ich dir einfach eine wunder wunder wundervolle Zeit! Jesus liebt dich und er hat noch so viel mit dir vor! Lass dich drauf ein, es lohnt sich!

Mit Power & Love

Damaris Kofmehl

 

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