Wenn das Leben im „Stand-by-Modus“ (Wartebetrieb) läuft – und wenn es Schokoladenkugeln vom Himmel regnet… meine krassen Erlebnisse der vergangenen Tage!

Ihr Lieben,

mein Leben im „Stand-by-Modus“

15 Monate sind es nun, seitdem mein geliebter Demetri von uns gegangen ist. Es war eine sehr schwierige, dunkle, aber dennoch erstaunlich hoffnungsvolle Zeit. Ich hab euch ja ab und zu davon berichtet. So ein Trauerprozess, was da so alles in mir drin abging, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ich muss sagen, ich habe mich die ganze Zeit extrem getragen gefühlt. Ich hab versucht, nach vorne zu blicken, und ich glaube, das ist mir auch meistens gelungen. Ein anderer Eindruck, den ich hatte, ist, dass irgendwie für 15 Monate meine Welt stillstand, innerlich wie äußerlich. Mein Leben war quasi wie auf „Stand-by-Modus“, auf Wartebetrieb.

Ich bin ganz froh, ist nicht allzuviel gelaufen, denn ich merkte, dass meine Kapazität kaum noch vorhanden war. Natürlich hielt ich „die Dinge am laufen“, aber innerlich war wie gesagt Stillstand. Das Verrückte war, ich war körperlich ständig am Anschlag, und zwar in einer Art und Weise, die ich von mir nicht kannte. Selbst wenn ich mich mit einer guten Freundin, einem guten Freund für einen Kinoabend traf, war ich am nächsten Tag dermaßen ko, dass ich fast einen ganzen Tag schlafen musste, um am übernächsten Tag wieder fit zu sein! Ich verstand überhaupt nicht, was eigentlich los war, bis ich mich mit einer Freundin zum Abendessen verabredete. Sie selbst hatte Krebs gehabt und sagte mir, die Chemo hätte sie sehr stark ausgebremst und sie hätte bei weitem nicht mehr soviel Energie wie früher. Als ich ihr von meiner körperlichen Erschöpfung erzählte, meinte sie nur: „Damaris, ist doch logisch, dass du keine Kraft mehr hast nach dem, was passiert ist. Die psychische Belastung der vergangenen Monate wirken sich auf deinen Körper aus. Das ist überhaupt nicht verwunderlich!“

Sie hatte Recht! Ich hatte den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche überhaupt nicht bedacht! Auf einmal ergab es sehr wohl Sinn, dass ich nicht einmal mehr die Kapazität hatte, mich mit Freunden zu treffen, ohne danach einen ganzen Tag ausgeschaltet zu sein. Es war, wie wenn meine Batterie unglaublich schnell unten war und dann unglaublich lange brauchte, um sich wieder aufzuladen. Also fand ich mich damit ab, dass es jetzt halt so ist, wie es ist und hoffte einfach, dass sich meine Batterie mit der Zeit wieder vollständig auflädt und dies kein Dauerzustand wird.

Wenn es beginnt, Schokoladenkugeln zu regnen

Es ist ja schon interessant, wie gut Gott uns kennt. Er WUSSTE sehr wohl, dass ich innerlich Ruhe brauchte und nur noch im „Stand-by-Modus“ funktionierte. Das einzige, was mich in diesem monatelangen „Stand-by-Modus“ nicht überanstrengte, war das Schreiben! Und so schrieb ich in den vergangenen neun Monaten an meinem neusten Buch (einem Fantasy-Roman mit dem Titel „Löwenblut“!). Am 21. August wurde ich mit dem Manuskript fertig. Und dann gings los!

Zwischen dem 22. Und dem 28. August wurde ich wie von einer gewaltigen Woge des Segens überrollt, wie ich es nie zuvor erlebt habe!!! Es ist so krass, was innerhalb einer Woche passiert ist, dass ich es selbst kaum glauben kann. Es war, als ob Gott über all die Monate hinweg alles, was er mir zeigen und geben wollte, zurückhielt, weil ich ja keine Kraft mehr hatte. Und dann ließ er alles auf einmal vom Himmel fallen, wie eine Kiste voller Lindt Schokoladenkugeln, die er über mir ausschüttete! (Und ich LIEBE Lindt Kugeln!) Ich kam gar nicht mehr aus dem WOW-Effekt raus!!!

Der erste „Schokoladen-Regen“ geschah innerhalb von 24 Stunden. Wie gesagt habe ich ja in den letzten Monaten einfach alles so weiterlaufen lassen, wie Demetri und ich es vorher zusammen gemacht hatten. Ich engagierte mich weiterhin für Menschen, die von der Gesellschaft und oft auch der Kirche verstoßen werden. Ich organisierte weiterhin Camps (Fireschool über Ostern und Fireweekend im Sommer), ich bot weiterhin Events an, ich unterstützte weiterhin Arbeiten unter Strassenkindern (neu auch in Angola), ich schrieb weiterhin Bücher, und ich ließ weiterhin unter Micas Leitung die Jugendgruppe Heartbeat in Rüti laufen. Ich dachte mir, wenn Gott einen „Spurwechsel“ von mir möchte, wird er es mir schon sagen. Ansonsten geh ich einfach voran in den Diensten, die ich für richtig und wichtig halte und die mir entsprechen.

Tja, und jetzt kommt´s: Innerhalb von 24 Stunden schickte mir Gott eine Bestätigung für 4 dieser Dienste! Und zwar lief das etwa so ab:

Bestätigung meiner Dienste

Es geschah am Mittwoch, den 22. August. Es begann am Mittag mit einem Gespräch mit meiner Assistentin Mica. Wir waren beide ziemlich frustriert über eine erhaltene Nachricht, die unseren Einsatz für „nicht konformgerechte“ Menschen total in Frage stellte. Keine drei Stunden später hatte ich ein Telefongespräch mit einem Pastor, der mir in einem Nebensatz, wohlgemerkt ohne es zu wissen, eben diesen Dienst bestätigte! Dann kam die Sache mit der Tournee. Ich schrieb auf facebook, ich hätte noch zwei Daten für einen Event offen. Und – schwupps! – innerhalb von zwei Stunden waren die Daten weg! Gleichzeitig schrieben mir unabhängig voneinander zwei Leute aus Wien, um mich für eine Tournee nach Österreich einzuladen, wieder innerhalb weniger Stunden! (In derselben Woche schneiten übrigens auch gleich noch eine Einladung für Berlin und eine für Hamburg rein!) Ich war noch immer am Staunen über die sich überschlagenden Ereignisse, da blinkte bereits die nächste Nachricht auf dem Bildschirm auf, eine Sprachnachricht von einem Mädchen, das im Fireweekend in Bärau gewesen ist. Sie sagte, seit jenem Wochenende hätte sich so viel bei ihr geändert. Es wäre ein Licht in ihr Leben gekommen. Vorher wäre sie immer so stark depressiv gewesen, aber jetzt sei sie total ausgeglichen und hoffnungsvoll, ihr Glaube sei stärker geworden und sie könne sich wieder viel mehr auf Gott verlassen. Alles, ihr ganzes Leben würde ihr seit jenem Wochenende leichter fallen, und sie wüsste nicht mal recht wieso!

Woooow, dachte ich nur! Ich freute mich so über diese Nachricht, als bereits die nächste hereinkam: Bilder aus Angola! Es zeigte das Haus, das wir für die Straßenkinder gemietet haben, und es saßen 12 Favelakinder auf dem Boden und spielten mit den Legos, die wir bei unserem Trip mitgebracht hatten! Und das erste, vor Dreck strotzende Straßenkind wurde von Bila höchstpersönlich im Haus empfangen. Woooow!

Erst am Abend wurde mir bewusst, was hier alles in einem Tag abgegangen war. Und ich betete so: „Mensch Gott, ist das genial! Also der Oberhammer wäre es ja, du würdest mir jetzt noch der Vollständigkeit halber eine Bestätigung schicken für Micas Jugendarbeit und für mein Bücherschreiben. Nicht, dass ich fürs Bücherschreiben eine Bestätigung bräuchte. Aber wenn du grad schon dabei bist, wär das irgendwie cool!“ Ganz ehrlich, es war nicht mal ein richtiges Gebet, einfach so ein Gedanke, weil es so krass war, was sich innerhalb von 24h abgespielt hatte.

Tja… und dann ist folgendes passiert:

Seit einiger Zeit planen wir ein Wohnprojekt namens „Wohnfamilie Destiny“ im Raum Rüti. Wir möchten dort bis zu fünf begleitete Wohnplätze anbieten für junge Menschen, die in Not sind oder eine Alltagsbegleitung brauchen. Die Bewohner würden auch gleich mit in die Jugendarbeit „Heartbeat“ integriert werden. Die Vision stammt von unserer ausgebildeten Sozialbegleiterin Mica, und im Augenblick suchen wir noch nach finanzkräftigen Investoren. Ja, und am 26. August brachte Livenet doch tatsächlich einen ausführlichen Bericht darüber! Ist das nicht genial? Hier der ganze Bericht auf livenet

Eine unglaubliche Begegnung am Matterhorn

Ja, und was das Bücherschreiben angeht, da hat Gott mir zwei so riesige Schokoladenkugeln vom Himmel geschickt, dass ich davon noch immer wie erschlagen bin! Die erste war ein Telefongespräch am 24. August mit einer christlichen Organisation, die große Eventevangelisationen in Form von Musicals durchführt. Und ich wurde angefragt, ob ich für eines der Musicals eine Buchvorlage schreiben könnte!

Die zweite – ganz egal, ob etwas daraus wird oder nicht – ist einfach sooo der Hammer, dass ich noch jetzt wie geflasht bin, dass dies wirklich geschehen ist:

Ich dachte, ich nütze die wahrscheinlich letzten herrlichen Sommertage für eine dreitägige Hüttenwanderung rund ums Matterhorn bei Zermatt. Als ich am Sonntag, den 26. August, abends auf 2694m die erste Hütte erreichte, fiel mir beim Abendessen ein Mann auf, der mir sehr bekannt vorkam. Er war einem berühmten Hollywood-Schauspieler wie aus dem Gesicht geschnitten! Ich überlegte mir, ob ich ihn fragen sollte, ob er dieser Schauspieler wäre, ließ es aber bleiben. Ich meine, ein Hollywood-Schauspieler geht ganz sicher nicht auf Hüttenwanderung, wo man sich am Brunnen waschen muss, die Toilette draußen in der fröstelnden Kälte ist und man in einem stinkenden Massenlager übernachtet! Richtig? Am nächsten Tag wanderte ich von der Schönbielhütte zur Hörnlihütte auf 3260m. Von hier aus klettern die Bergsteiger aufs Matterhorn. Beim Abendessen sah ich am Nachbarstisch schon wieder denselben Mann! Wieder kam mir der Gedanke, ihn anzusprechen, und wieder verwarf ich den Gedanken.

Tja, und dann beim Frühstück am nächsten Morgen, als ich beim Buffet einen Kaffee holte, holte auch er sich gerade einen Kaffee, und da sprach ich ihn einfach sehr plump an. „Ähm, entschuldigen Sie, sind Sie zufällig ein Hollywood-Schauspieler?“ Und er sagte prompt: „Ja, bin ich! Ich bin Andy Serkis!“ Ich war hin und weg. Andy Serkis hat im Film „Herr der Ringe“ die Kreatur „Gollum“ gespielt und im Film „Planet der Affen“ den Anführer Ceasar. Und so kam es, dass ich mit ihm und seiner Familie mit Blick aufs Matterhorn frühstückte und ihm erzählte, dass ich Bücher schreibe. „Ein paar meiner Bücher würden echt gute Filme abgeben“, sagte ich so, und er hörte interessiert zu und meinte: „Ich arbeite jetzt vermehrt als Regisseur.“ Ich war platt. Er gab mir seine Email-Adresse und ich versprach, ihm ein paar Ideen zu schicken, was ich natürlich auch getan habe. Wie gesagt, die Chance, dass etwas daraus wird, ist natürlich sehr sehr klein, dessen bin ich mir bewusst! Aber andererseits: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man einen berühmten Hollywood-Schauspieler/Regisseur mitten auf einer Hütte vor dem Matterhorn trifft und mit ihm frühstückt?!

Gott weiß, wo du stehst

Jaaaa, und das alles ist innerhalb der letzten ZWEI Wochen passiert, und ich bin – wie ihr euch vorstellen könnt – irgendwie innerlich noch immer ganz kribbelig und aufgeregt und gespannt, was nun Gott aus all diesen Begegnungen, Gesprächen, Emails, Berichten und Einladungen tun wird! Schließlich hat ER das alles orchestriert! Ich hoffe, mein ziemlich verrückter Bericht hat dir Mut gemacht, dass Gott auch dein Leben orchestriert. Er weiß, wo du grad stehst. Er weiß, was du grad durchmachst. Er weiß, was du grad brauchst. Er weiß, wie lange vielleicht dein „Standy-By-Modus“ (Wartebetrieb) dauert und wann er zu Ende ist. Ich denke, bei meinem „PC“ wird bald die „Neustart“ Taste gedrückt, und ich kann es kaum erwarten zu sehen, was als nächstes kommt!

Mit Power & Love

Damaris Kofmehl

PS: Herzlichen Dank, dass du mit deinen Gebeten, Briefen und deiner finanziellen Unterstützung ein Teil von diesen wundervollen Diensten bist! Bitte sei es auch weiterhin! Denn Gott hat noch so viel vor – mit dir – durch dich – für dich und für andere! Tausend Dank!

 

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